Alicia Keys- Kritik für As I am von Laut.de

November 13, 2007

cover1.jpgDas Wort „tough“ beschreibt Alicia Keys möglicherweise am besten. Eine starke Frau, die genau weiß, was sie will. Und wie sie dort hin kommt. Deren Texte vom Mut erzählen, den man als Frau in dieser Welt braucht, die aber auch zum Thema bedingungslose Liebe einiges zu sagen weiß. Selbst wenn diese Stärke sie vordergründig hart wirken lässt, sie mit Gerüchten über eine angebliche Homosexualität kämpft – Alicia bringt das nicht von ihrem Weg ab.

Ihrer Kindheit im New Yorker Stadtteil Hell’s Kitchen verdankt sie die harte Schale. Aber in ihrer Musik offenbart sie stets auch den weichen Kern. Und obwohl sich auf dieser Platte auch die so bewährten klavierbegleiteten Balladen wie „The Thing About Love“ wiederfinden, tritt das bekannte Instrument hier öfter einmal in den Hintergrund.

Schon das Intro macht deutlich, dass Alicia hier etwas Neues probiert. Zwar beginnt es mit einem klassischen Klaviersolo, bekommt aber ab Mitte der fast zwei Minuten Unterstützung von Schlagzeug-Beats, einer Prise Synthesizer und hört sich dabei an wie einer Mischung aus R’n’B und Rocktunes. Die nachfolgende R’n’B-Nummer „Go Ahead“, die gewaltig auf die Tanzfläche schielt, klingt hingegen bekannt.

Im weiteren Verlauf der Platte weicht die Sängerin immer wieder von ihrem bisherigen Stil ab und zeigt sich ungewohnt experimentierfreudig. Noch ziemlich verhalten klingt der Wechsel bei der Bluesballade „Lesson Learned“, bei dem Songwriter John Mayer sie auf der Gitarre unterstützt. Diese Linie behält sie auch bei den folgenden Stücken bei: Der Sound weicht zwar durchaus von der gewohnten Route Gewohnten ab, bleibt dabei aber immer noch unverkennbar Alicia Keys.

Den krassesten Ausreißer markiert „Where Do We Go From Here“. Das Stück beginnt mit einer sehr leisen Frauenstimme, die erklärt, dass ihr Mann sie verließ. Alicia trauert hier um eine verflossene Liebe, allerdings zu einem sehr fröhlichen Sound, der irgendwo zwischen Folk, Blues und sogar etwas Swing changiert. Mag beim ersten Mal verwirren, doch allein die Flötenmelodie entwickelt sich zum echten Ohrwurm.

In den rockigeren Momenten wie „I Need You“ kommt Alicias Stimme mitunter kaum gegen die Soundwand an und verliert sich teilweise ein wenig darin. Die klassischeren Piano-Einlagen kommen in Form von „Superwoman“, ein Tribut an alle starken Frauen dieser Welt, oder „Sure Looks Good To Me“, ein Song über Mut, Freiheit und die Notwendigkeit der Individualität. Wie immer legt Alicia reichlich Gefühl in jeden Songmoment. Sie rutscht aber zum Glück niemals ins Pathetische ab, sondern bleibt authentisch.

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